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Carmen Piazzini (Piano)kleine carmen

Carmen Piazzini entstammt einer bekannten Musikerfamilie in Buenos Aires, in deren Haus u. a. Arrau, Backhaus, Gieseking, Rubinstein und Toscanini ein- und ausgingen. Ihr Großvater Edmondo, ein enger Freund Puccinis, war aus Italien nach Argentinien ausgewandert. Mit 5 Jahren erhielt sie den ersten Klavierunterricht. Schnell zeigte sich ihr grosses Talent und Vincenzo Scaramuzza holte sie in seine Klavierschule. Mit 15 Jahren war sie eine gefeierte Pianistin, die mit einem ungewöhnlich großen Repertoire aufhorchen ließ. Nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland wurde die junge Künstlerin bei Hans Leygraf ausgebildet und von Wilhelm Kempff über viele Jahre gefördert. Nach einer Unterbrechung von 10 Jahren, in denen sie sich ihrer Familie mit 3 Kindern widmete, kehrte sie Ende der siebziger Jahre ins Musikleben zurück. In diese Zeit fällt auch der Beginn ihrer pädagogischen Tätigkeit als Professorin an der Musikhochschule in Karlsruhe die sie bis zum 30.06.2006 ausübte. Konzertsaal, Rundfunk, Fernsehen und Schallplatte belegen eine eindrucksvolle solistische Karriere mit einem breit gefächerten Repertoire, das von der Klassik bis zur zeitgenössischen Musik reicht. Die Pianistin konzertierte in ihrer argentinischen Heimat und in vielen Ländern Europas und Asiens u. a. mit den Dirigenten Michael Gielen, Christoph Eschenbach, Leopold Hager, Lior Shambadal, Hans Drewanz und Felix Prohaska. Ihr besonderes Interesse gilt auch der Kammermusik. Sie war Mitbegründerin des renommierten álvarez-quartettes. Schliesslich ist sie eine gesuchte Liedbegleiterin u.a. trat sie mit Julia Hamari, Alicia Nafé, Gabriele Schnaut sowie Bernarda und Marcos Fink auf.

Carmen Piazzini hat über 50 CDs eingespielt, darunter Gesamtaufnahmen von Mozarts Klaviersonaten und Klavierkonzerte, Haydns Klaviersonaten, ferner sämtliche Klavierkonzerte von Beethoven, die Diabelli Variationen von Beethoven und die von Franz Hummel sowie „Piazzini plays Piazzolla“. Zuletzt ist eine CD mit Werken von Schumann, Brahms und Schubert erschienen.

2001 erhielt die Künstlerin dem renommierten Tortonipreis in Buenos Aires. 2010 wurde der Künstlerin der Preis der argentinischen Presse als beste argentinische Pianistin verliehen, den sie schon 1998 erhalten hatte. Seit 2008 leitet sie als Nachfolgerin von Hans Leygraf eine Meisterklasse an der Sommerakademie des Mozarteums in Salzburg. Sie gibt ferner Meisterkurse in Buenos Aires, Montepulciano und Radolfzell, Bodensee.

Ein besonderes Anliegen ist der Künstlerin die Förderung junger hochbegabter Pianisten aus ihrem Heimatland Argentinien.

Kempff-Unterschrift

 

Leygraf Brief 1984 -TrippelkonzertKopie

                       

    Nach dem Trippelkonzert von Beethoven im Herkulessaal mit den Münchner Philharmoniker unter Christoph Eschenbach  

 

                    Hotel an der Oper

                     München, den 24.02.1984

     

Liebe Carmen,

ich möchte Dir nur kurz schreiben und Dir nochmals sagen, wie sehr ich mich über Dein Spiel gestern gefreut habe. Es war für mich eine geradezu ideale Kombination von gelöster Spontaneität und konzentrierter Bewusstheit, wodurch eine Gestaltung von einer Art spielerischem Ernst zustande kam, die dem Wesen des Werkes restlos entsprach. So konnte ich dank Deiner Darstellung die Musik ganz direkt aufnehmen und geniessen, es war im wahrsten Sinne eine Freude zuzuhören und so etwas erlebe ich als musikalisch einigermassen störbarer Mensch nur ganz selten. Dafür wollte ich mich bei Dir bedanken, in der Hoffnung, Dich bald wieder zu hören.

Dir, Jost und Euch allen senden Grete und ich alle lieben Wünsche und Grüsse!

Sei herzlich umarmt von Deinem Hans